Der Panther

Neue Gedichte, 1902

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbeso müd geworden, daß er nichts mehr hält.Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbeund hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,der sich im allerkleinsten Kreise dreht,ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupillesich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,geht durch der Glieder angespannte Stille –und hört im Herzen auf zu sein.

From Neue Gedichte (New Poems, 1907; written 1902), via the German Wikisource transcription. The original's subtitle: 'Im Jardin des Plantes, Paris'.

Public domainThis poem is in the public domain. You may read it, copy it, recite it and publish it without asking anyone.